Wildwuchs in Urumqi
Urumqi ist die am weitesten von einem Weltmeer entfernte Großstadt der Welt; nur 287km entfernt vom sogenannten
Unzugänglichkeitspol Euroasiens liegt sie im äußerten Westen Chinas – etwa 500km von der kasachischen Grenze entfernt. Urumqi ist die Hauptstadt des Autonomen Gebietes Xinjiang, in der eine uigurische Minderheit, die den Turkvölkern angehört, arabisch schreibt und vornehmlich muslimisch lebt, 13% der Bevölkerung stellt. Nicht immer ist das Zusammenleben zwischen Han-Chinesen und Uiguren friedlich. Den Unruhen vom Juli 2009 hat die Stadt verschärfte Kontrollen zu verdanken (z.B. in das Bahnhofsgebäude hinein).
Im Norden der Stadt liegen auch im Hochsommer schneebedeckte Berge und kämpfen sich durch den Smog der Industriestadt schemenhaft bis zu meinem Auge durch. Ein wunderschöner See soll dort oben liegen – ich beschränke mich auf den kleinen Kanal, der sich durch die Steppenstadt als erfrischendes Nass zieht. Hier waschen die Wäscherinnen Teppiche, Automatten, Bettwäsche, Kleidungsstücke (auch am eigenen Leib) und gleichzeitig tollen Kinder und Erwachsene wild durch die flachen Fluten.
Entlang des Kanals bzw. der nebenliegenden Straße entdecken wir noch etwas – immer wieder wächst Gemüse im satten Grün (Zwiebeln, Salat, Mais, Bohnen, Kürbis) und Malven in Rose. Das sieht guerilleromäßig aus und erfreut unsere Auge!
